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Was fressen wir?
Grundnahrung von uns Wölfen bilden große Pflanzen fressende Säugetiere, wir nutzen dabei die im jeweiligen Lebensraum dominierenden Arten. Wir sind für das Auffinden von Beutetieren mit besonders scharfen Sinnen ausgestattet. Mit unseren starken Muskeln und langen Beinen können wir schnell laufen und mit den kräftigen Kiefern und Zähnen die Beute festhalten. Wir Wölfe ernähren uns von Beeren und Obst über Mäuse, Hasen, Vögel, Schafe, Ziegen, Wildschweinen, Rehe, Rentiere, Hirsche, Bisons, Büffeln bis hin zu Elchen und Aastieren. In den Lebensgebieten von uns Wölfen gibt es weniger Beutetiere als in den Savannen Afrikas, wo die meisten großen Raubtiere leben. Wir können also nicht in der Tundra auf Rentiere warten wie der Leopard in der Serengeti auf die Gazelle. Ich muss jede Chance nutzen, um bei der Jagd Erfolg zu haben.
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In der Regel wird im Rudel gejagt. Nur im Verband können große Beutetiere überwältigt werden. Einzeltiere haben nur Jagderfolg bei kleineren Tieren, wie Hasen oder Lämmer. Jedes Rudel hat ein eigenes Jagdrevier, in dem es auf der Suche nach Beute umherstreift. Bei der Nahrungssuche legen wir Wölfe oft 60-90 km am Tag zurück. Nur wenn uns leichte Beute, zum Beispiel eingesperrte Nutztiere möglich ist, nehmen wir diese Chance wahr - zum großen Verdruss der Bauern. Wir Wölfe schlagen nur soviel Beute, wie wir zum überleben und zur Aufzucht unserer Welpen benötigen. Wir sind keine Killer, die im Blutrausch alles töten, was sich bewegt.
Wir Wölfe testen immer unsere Beutetiere. Sind sie zu schnell oder zu wehrhaft, geben wir bald wieder auf, wandern weiter und versuchen unser Glück woanders. Meist werden junge, schwache oder kranke Tiere gerissen. Dadurch verhindern wir, dass unsere Beutetiere sich übermäßig vermehren und den Wald oder die Tundra, wo sie ihre Nahrung finden, kahl fressen. Wir halten die Bestände unserer Beutetiere gesund und tragen dazu bei, dass nur die kräftigen Tiere am Leben bleiben und sich vermehren.
Wie viel fressen wir?
Die sprichwörtliche Gefräßigkeit von uns Wölfen gehört ins Reich der Märchen und Legenden; der jährliche Nahrungsbedarf von uns Wölfen liegt zwischen 500 und 800 Kilogramm pro Individuum; wir fressen täglich im Durchschnitt 2 Kilogramm, dabei sind aber auch längere Hungerperioden zu berücksichtigen, in denen keine Beute gemacht wird. In Ausnahmefällen kann ich bis zu 10 Kilogramm Fleisch auf einmal verzehren, ein Teil davon wird jedoch wieder ausgewürgt und an anderen Stellen als Vorrat verscharrt.
Einzeltiere nehmen die geringsten Nahrungsmengen zu sich; ihre Tagesration liegt etwa bei einem Viertel dessen, was Rudeltiere durchschnittlich zu sich nehmen. Das Nahrungsdefizit wird überwiegend durch kleinere Tiere, Aas oder Haushunde gedeckt. Jungwölfe verzehren auch verschiedene Insekten, insbesondere Käfer.
Unsere Jagdmethoden
Bei der Jagd arbeiten wir Wölfe als Team zusammen. Wenn genügend Deckungsmöglichkeiten vorhanden sind versuchen wir die Beute einzukreisen, um sie dann gemeinsam anzugreifen oder uns gegenseitig zuzutreiben. In Deckungsarmen Gebieten führt nur die Hetzjagd zum Erfolg. Ein, von der Herde abgetrenntes Tier wird von uns allen, dem ganzen Rudel gejagt, dabei wechseln wir uns ab, um an der Spitze zu laufen. Dies kann bei Tiefschnee sehr nützlich sein, da der vordere der “Schneepflug” ist und den nachfolgenden den Weg frei räumt. Dies beansprucht aber sehr viel Energie und wir müssen es häufig ablösen.
Eine andere Technik ist, das einige von uns Wölfen dem flüchtenden Tier nachjagt und es zur restlichen Familie treibt, das im Hinterhalt auf das Sonntagsessen wartet. Wenn das gejagte Tier erschöpft ist, haben wir, die bis jetzt im Hinterhalt gelegen waren, einfach. Größere Beutetiere werden oft tagelang abwechselnd belagert. Wenn das Wild durch Schlafmangel erschöpft ist, haben selbst unsere Kinder ein einfaches Spiel.
Wir Wölfe versuchen unsere Beute zuerst zu verletzen, um es weiter zu schwächen. Ein eingekreistes Tier wird öfters von allen Seiten attackiert. Die Angriffspunkte sind die Beine, um die Sehnen zu zerreißen, die Kehle und der Hals, die Bauchunterseite, um die Bauchdecke aufzureißen und oft versuchen wir, das gestellte Tier am empfindlichen Äser zu packen und durch Drehen und Zerren zu Boden zu ringen. Wenn die Beute am Boden liegt wird sie festgehalten und zerrissen. Dies kann mehrere Minuten dauern.
Eine weitere Möglichkeit ist die Langzeitjagd. Das Tier wird langsam über Tage verfolgt, wobei wir verhindern das die Beute zum stehen kommt. Dadurch können Wiederkäuer ihre Mahlzeit nicht verdauen (sie können es nur im stehen oder liegen) dies führt zu Koliken und damit zu Schmerzen. Das geschwächte Tier wird somit zu einer leichten Beute.
Beim fressen dann selber haben wir bestimmte Regeln, so zum Beispiel in welcher Reihenfolge gefressen wird, wer die “besten” Stücke bekommt usw. Wir befeuchten große Fleischstücke mit Speichel an und schlingen sie unzerkaut hinunter. Kleinere Tiere verschlingen wir ganz. Die kleineren Knochen zerbeißen wir, um an das Mark heranzukommen.
Angriffsstrategie auf Beutetiere
Sind wir Wölfe bei der Jagd, dann benehmen wir uns sehr kaltblütig und intelligent. Haben wir auf der Jagd unser Opfer entdeckt, geraten wir in Erregung, müssen uns jedoch zunächst zurückzuhalten. Wir nähern uns der Beute und betrachten sie genau. Unsere Schwänze zucken heftig hin und her. Wenn wir dem Tier nahe genug sind, um einen Angriff zu unternehmen, bleiben wir stehen und schauen uns das Opfer einige Sekunden lang eingehend an, ehe wir uns bellend und heulend auf es stürzen. Rennt das Opfer weg, jagen wir es; sobald wir jedoch merken, dass wir nicht mithalten können - was oft schon nach wenigen hundert Metern der Fall ist -, geben wir deprimiert auf.
Behauptet sich das Opfer jedoch, zum Beispiel ein Elch, sehen wir Wölfe es uns nochmals aufmerksam an, um herauszufinden, ob es irgendwelche Schwächen zeigt, die es zu einem weniger gewaltigen Gegner machen. Wir bemerken alles, wir spüren selbst die geringfügigsten Leiden und Verletzungen und achten besonders darauf, ob das Opfer den Kopf stärker senkt als normal oder ob die Reflexe langsamer sind. Häufig genügen wenige Minuten, um uns zu sagen, ob wir nun angreifen sollen oder nicht. Nur wenn wir alle absolut sicher sind, dass wir unser Opfer auch überwältigen können, umzingeln wir es.
Die Art des Angriffs richtet sich ganz nach dem Opfer. Kleineren Tieren, Karibus oder auch Dall-Schafen, springen wir an das Hinterteil, den Bauch oder die Kehle - an die verletzlichen Körperteile - und werfen sie um. Bei Elchen müssen wir aber vorsichtiger und geschickter vorgehen. Ein Elch ist groß und stark. Obgleich er uns davonlaufen könnte, bleibt er meistens stehen. Wenn er wütend ist, kann er seine Angreifer drei bis vier Meter hoch in die Luft schleudern. Diesem eindrucksvollen Widersacher gegenüber besteht unsere Technik im allgemeinen darin, sich an die Hinterbeine und an die Nase heranzumachen, wobei wir sorgfältig darauf achten, den flinken, tödlichen Vorderhufen auszuweichen. Da wir genau wissen, dass ein verwundetes Opfer noch gefährlicher sein kann, töten wir es erst dann, wenn es durch den Blutverlust geschwächt ist.
Trotz unserer scheinbaren Geschicklichkeit haben wir jedoch eine erstaunlich niedrige Erfolgsquote beim Jagen. Der Wolfsforscher Haber hat einmal genau beobachtet und mitgezählt, dabei registrierte er im Laufe von 64 Tagen, die er im Winter 1970/71 gemacht hatte, alle Aktivitäten - Jagen und Aasfressen - eines aus 13 Mitgliedern bestehenden Rudels im McKinley Park. Sie fraßen 16 Kadaver verschiedener Tiere, die wegen der in jener Periode herrschenden Kälte verendet waren. Von 113 Elchen, die sie trafen und testeten, überwältigten sie lediglich 10. Sie hetzten zwar 224 Dall-Schafe, fingen aber nur 13, und verfolgten 26 Karibus, von denen sie nur eines töteten. ,,Die Tiere, die die Wölfe rissen, waren aus irgendeinem Grund nicht auf der Höhe", berichtet Haber. ,,Obgleich man nur schwer etwas über den Zustand derjenigen sagen kann, die entkamen, darf man wohl annehmen, dass sie im Allgemeinen die gesündesten waren." Ähnlich sieht es auch in meinem Rudel aus.
Jagdmethoden bei Nutztieren
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Hunde
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werden an der Kehle gepackt (früher: Halsband mit spitzen Eisennägeln)
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Schafe
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Kehlbiss, bis das Schaf erstickt
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Kühe
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von hinten ins Euter gebissen
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Pferde
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von vorn, um den Hufschlägen zu entgehen
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Schweine
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ins Ohr festbeißen, ein anderer in die Kehle
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