Revier

Wie groß ist das Homerange eines Wolfsrudels?

Woltsschutz: Neue Gefahr für RotkäppchenWie groß unser Jagdrevier ist, hängt von der Zahl, aber auch vom Verhalten der wichtigsten Beutetiere ab. Wenn wir zum Beispiel von Rentieren, die viel wandern, leben, müssen wir mitwandern. Im Frühsommer geht es über die baumlose Tundra bis hinauf zur Polarmeerküste. Im Herbst ziehen die Herden wieder zurück bis an die Grenze des Waldes, wo die Rentiere den Winter verbringen. Solche Reviere des Rudels sind besonders großräumig, so groß wie ganz Deutschland oder noch größer. Bei Beute wie Elch, Hirsch oder Reh beträgt die Reviergröße eines Wolfsrudels immerhin noch 100 bis 200 km2 - das ist so groß, wie der gesamte Nationalpark Bayerischer Wald. Es gibt Wolfsrudel (Russland), die wandern in einem Jahr 900 km, 450 km hin und zurück. Auch solch ein Gebiet können wir Wölfe nicht immer und überall gegen Eindringlinge verteidigen. Aber wir können hier unsere Spuren hinterlassen, die besagen, dass das Homerange besetzt ist. Vor allem die erwachsenen Rüden, wie ich, heben bei jeder Gelegenheit das Bein und markieren mit Urinspritzer ihren Anspruch auf dieses Gebiet. Wir Wölfe wandern meist entlang unserer Reviergrenze und markieren hier besonders viel. Das Gleiche machen natürlich auch die Wölfe aus dem benachbarten Territorium. So ziehen sich richtige “ausgetretene” Grenzmarkierungen durch die Landschaft, an denen wir auch besonders häufig heulen. Diese Grenzen dürfen nicht überschritten werden. Meist sind es Jungwölfe, die eindringen - auf der Suche nach besseren Jagdgründen, nach einer Partnerin oder vielleicht nur aus Neugier. Wird der Eindringling entdeckt, wird er sofort gebissen und aus dem Revier verjagt. Ist er nicht willig und will nicht verschwinden, so wird er totgebissen.